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Qur'an lesen und verstehen
SURE AL-IMRAN Vers 64
64. Sprich: "Ihr Leute der Schrift, kommt herbei zu einem Wort, das zwischen uns und euch gleich ist: dass wir niemanden außer Allah dienen und dass wir Ihm nichts an die Seite setzen und dass nicht die einen von uns die anderen an Stelle Allahs zu Herren nehmen." Wenn sie sich aber abwenden, dann sprich: "Seid Zeugen, dass wir gottergeben sind."
Die AhI al-Kitab" oder "Leute der Schrift" sind Angehörige der Religionen, die von Allah vor der Zeit des Propheten Muhammad (s) heilige Schriften bekommen haben. Zu den wichtigsten heiligen Schriften gehört die Torah, die Mose (Musa) (a) den Kindern Israel brachte, und das Evangelium, das Jesus (Isa) (a) lehrte. Beides finden wir heute in der Bibel, und die Angehörigen der jüdischen und der christlichen Religion gehören zu den "Leuten der Schrift". Viele Prophetengeschichten im Qur'an erzählen von diesen früheren Propheten und Offenbarungen und den Erlebnissen früherer Völker mit Allah.
Mit den "Leuten der Schrift" leben wir in unserem Land zusammen. Wir treffen sie in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Es ist also wichtig, dass wir mit ihnen auf gerechte und friedliche Weise zusammenleben, so dass es nicht immer wieder Zank und Streit gibt, denn Streit um die Religion ist eine hässliche Sache.
Nicht über die Unterschiede zu streiten nennt man "Toleranz". Aber dieser Vers im Qur'an spricht von noch etwas mehr. Er fordert auf, mit den "Leuten der Schrift" über ihre Religion zu sprechen und herauszufinden, was wir mit ihnen gemeinsam haben, so dass wir uns besser verstehen und trotz aller Verschiedenheiten zusammenarbeiten können, um mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt zu schaffen.
Die wichtigste Gemeinsamkeit ist, dass es Juden, Christen und Muslimen wichtig ist, nur Allah allein zu dienen, jeder auf seine Weise. Es gibt nur einen einzigen Gott, der uns Menschen geschaffen hat und dem wir verantwortlich sind, hier auf der Erde Gutes zu tun und Böses zu unterlassen. Alle Religionen lehren, dass wir nicht lügen, stehlen, betrügen, töten oder unseren Mitmenschen oder den Tieren und Pflanzen Schaden zufügen sollen. Wir sollen oft an Allah denken, ehrlich, respektvoll und gerecht sein und einander helfen und Freude bereiten. Alle Propheten und Gesandten haben uns dies gelehrt, und sie haben uns versprochen, dass Allah uns belohnt, wenn wir uns um Gutes bemühen.
Es ist auch wichtig, "dass nicht die einen von uns die anderen anstelle Allahs zu Herren annehmen." Das bedeutet, dass wir nicht versuchen sollen, anderen Vorschriften zu machen oder sie zu bevormunden. Wir sollen aber auch nicht bei Dingen mitmachen, von denen wir überzeugt sind, dass sie gegen unsere Religion verstoßen. Wenn wir verschiedene Ansichten haben, soll jeder das tun, was seiner Religion nach das Beste ist. Jeder Mensch und jede Gemeinschaft ist für sich selbst verantwortlich.
Allerdings gibt s sowohl bei uns Muslimen, als auch bei Juden und Christen, die meinen , sie hätten auf jeden Fall recht. Sie wollen nicht mit anderen reden. Das ist schade. Es ist auch kein schönes Gefühl, wenn anderen nichts davon wissen wollen, dass wir mit ihnen zusammen unsere Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten entdecken und zum Guten hinarbeiten wollen. Wir sollen darüber aber nicht traurig oder ärgerlich sein, sondern geduld haben und uns um unsere eigenen Bemühungen kümmern. Wenn die anderen sehen, dass wir es ehrlich meinen und wirklich von Herzen Allah dienen wollen, wenn sie also Zeugen davon sind, dass es uns Muslimen erst damit ist, friedfertig und gerecht zu sein, dann denken sie vielleicht darüber nach.
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