Das Leben Muhammads-4
Das Abkommen von Al-Hudaibiya
Sechs Jahre waren bereits vergangen seit der Auswanderung der Muslime von Mekka nach Medina. Das Leben in Medina ging nach den Auseinandersetzungen der letzten Monate seinen geregelten Laufs die Muslime vertieften ihren Glauben und unter der Führung des Propheten veränderten sie die Gesellschaft. Diese neue islamische Ordnung war für die Araber, die ihr Leben bisher immer nach Traditionen und Gewohnheiten geregelt hatten, ungewohnt. Besonders war dabei die Einheit unter den Muslimen, die alle Familien- und Stammesgrenzen überwand.
Seit ihrer Auswanderung war den Muslimen der Zugang zur Kaaba in Mekka versperrt. Die Kuraisch unternahmen alles, was in ihrer Macht stand, um den Muslimen die Pilgerfahrt nach Mekka zu verwehren. Sie befürchteten, dass die Pilgerfahrt der Muslime ihren eigenen Interessen schaden könnte. Zu jener Zeit hatten sie die Aufsicht über die Kaaba, und sie mussten auch die Pilger versorgen. Die Muslime litten natürlich darunter, dass sie ihrer religiösen Verpflichtung nicht Nachkommen konnten. Zuweilen hatten sie auch Heimweh nach ihrer Heimatstadt und den Verwandten, die sie dort zurückgelassen hatten.
Schließlich rief der Prophet im heiligen Monat Zul-Qa'da die Muslime auf, sich zur Pilgerfahrt vorzubereiten. Er lud auch die arabischen Stämme, die sich nicht zum Islam bekannten, ein, mit ihnen nach Mekka zu ziehen. Denn die Kaaba war ja in jener Zeit auch für die Götzendiener ein Heiligtum, sie pilgerten zur Ehre ihrer verschiedenen Götter nach Mekka.
Die Kuraisch erfuhren schnell von der Pilgerkarawane. Sie wollten aber auf jeden Fall die Muslime nicht bis nach Mekka kommen lassen.
Deshalb stellten sie ein Heer auf, das die Pilger unterwegs erwartete.
Ein Reisender, der gerade aus Mekka kam, berichtete den Muslimen von den Soldaten, die ihnen auflauerten. So entschlossen sich die Pilger, einen viel beschwerlicheren Weg zu nehmen. Sie wollten auf diese Weise an dem mekkanischen Heer vorbeiziehen.
Denn sie wollten keinen Kampf, sondern nur ihre religiöse Pflicht erfüllen.
Die Kuraisch wussten nicht, was sie tun sollten: einerseits hatten alle das Recht, zur Kaaba zu pilgern - aber andererseits fürchteten sie den Islam. So schickten sie einen Boten zu den Pilgern, die bei Al Hudaibiya lagerten. Der Bote bestätigte ihnen die Absicht der Muslime, allein die Pilgerfahrt durchzuführen. Die Kuraisch konnten ihre Feindseligkeit aber nicht überwinden.
So tauschten die beiden Gruppen immer wieder Boten aus, um eine Lösung zu finden.
Einige der Mekkaner wollten jedoch nicht weiter abwarten. sie griffen die Muslime an und wurden gefangenengenommen. Doch der Prophet (s.) bestätigte wiederum seine friedliche Absicht. Er ließ alle Gefangenen frei.
Die Kuraisch waren nun überzeugt: wenn sie die Muslime angreifen würden, die ihre Friedfertigkeit erneut unter Beweis gestellt hatten, würden die anderen Stämme sie deswegen verurteilen.
Schließlich führten die Verhandlungen zu einem Abkommen zwischen den beiden Gruppen: sie vereinbarten, dass die Muslime die Wallfahrt im nächsten Jahr machen sollten. Denn hätten sie ihre Hadsch zu Ende gebracht,
hätte man den Kuraisch Schwäche vorwerfen können.
Die Muslime schlachteten ihre Opfertiere und kehrten nach Medina zurück. Zum ersten Mal hatten die Kuraisch den Propheten und damit den Islam als gleichwertigen Partner anerkannt. Die Zahl der Muslime nahm rasch zu. Der Gesandte Gottes (s) überlegte,
wie die Lehren des Islam noch weiter verbreitet werden könnten...
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