Der Kalender
Mit dem Monat Muharram beginnt ein neues Jahr nach dem islamischen Kalender. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Kalendern.
Doch bevor wir uns damit beschäftigen, müs-sen wir einigen Fragen auf den Grund gehen:
Was ist überhaupt ein Kalender?
Ein Kalender teilt die Zeit ein in Tage, Monate und Jahre.
Wie kommt diese Einteilung zustande?
Der Kalender richtet sich entweder nach der Sonne oder dem Mond.
Das Sonnenjahr hat 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Dies ist die Zeit, in der die Erde die Sonne umkreist.
Das Mondjahr hingegen dauert nur 354 Tage, 8 Stunden und 48 Minuten. In diesem Jahr um- kreist der Mond 12mal die Erde. Dabei benötigt er ca. 29,5306 Tage, um die Erde einmal zu umkreisen. Der Monat beginnt, wenn die feine Sichel des neuen Mondes für das bloße Auge sichtbar wird. Dann wächst der Mond bis hin zum Vollmond
und nimmt ebenso regelmäßig wieder ab bis zum Neumond. Der Neumond ist nicht sichtbar.
Weil das Mondjahr 11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, fällt der Anfang des Jahres im Laufe der Zeit in alle vier Jahreszeiten. Der Fastenmonat fällt für uns also einige Jahre in den Sommer, einige Jahre ins Frühjahr, einige Jahre in den Winter und auch einige Jahre in den Herbst. Auf diese Weise wird kein Muslim, egal ob er im Süden,
Norden, Westen oder Osten dieser Erde lebt, bevorzugt oder benachteiligt!
Der islamische Kalender
Die Muslime richten sich nach dem Mondjahr. Das islamische Jahr besteht aus zwölf Monaten mit 29 oder 30 Tagen: Muharram, Safar, Rabbi al-Awwal, Rabbi al-Thant,
Dschamada Awwal, Dschamada Thani, Radschab, Scha'ban, Dhul-Qada und Dhul-Hidscha.
Der islamische Kalender beginnt mit dem Jahr, in dem der Prophet (F.s.m.i.) mit seinen
Anhängern von Mekka nach Medina auswanderte, also dem Jahr der "Hidsehra".
Der heilige Qur'an gibt uns Informationen über den Kalender:
"Siehe, die Anzahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate nach dem Buche Allahs seit dem Tage,
Ja Er die Himmel aha nie Erde erschuf Von niesen sinn vier heilig" (Sure 9, Vers 36)
"Er ist es, Der nie $ohne zur l Leuchte aha den Mond zu einem Licht machte und ihm Stationen bestimmte,
damit ihr nie Anzahl Jet Jahre aha nie Berechnung kennen könnt." (Sure 10, Vers 5)
Andere Kalender
Der Lauf des Mondes hat bei vielen Kalenderberechnungen eine große Rolle gespielt. Oftmals hat man ein gebundenes Mondjahr (z.B. die Juden) zur Grundlage gemacht, d.h. man hat die Jahre abwechselnd mit 12 bzw. 13 Monaten berechnet.
Damit wollte man erreichen, dass der Unterschied zum Sonnenjahr überwunden wird.
Der Metonische Kalender
Meton war ein Grieche, der 432 v. Chr. ein System erfand, das 19 Jahre umfasste: 12 Jahre mit 12 Monaten und 7 Jahre mit 13 Monaten.
Das waren insgesamt 235 Monate. 125 davon hatten 30 Tage und 110 nur 29 Tage.
Meton hatte herausgefunden, dass nach diesen 19 Jahren
die astronomischen Neumonde jeweils wieder auf dieselben Tage fallen würden.
Der julianische Kalender
Julius Cäsar entschloss sich 46 v. Chr. zur Einführung eines Kalenders, der alle vier Jahre einen Schalttag vorsah. Die Festsetzung der Länge der Monate
und des alle vier Jahre wiederkehrenden Schalttages (29. Februar) sind bis heute gültig.
Der gregorianische Kalender
Das von Julius Cäsar berechnete Jahr war je- doch um 0,0078 Tage zu lang. Dadurch hatte sieh bis zum Ende des 16. Jahrhunderts eine Verschiebung z.B. von Feiertagen um 10 Tage ergeben. Deshalb beschloss Papst Gregor u.a., dass nach dem 4.10.1582 nicht der 5., sondern der 15.10.1582 folgen sollte. Der gregorianische Kalender oder christliche Kalender wurde nach und nach von den christlichen Ländern angenommen.
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