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   Thu.09.09.2010    
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  Völker und Sprachen

"Und unter SeinenZeichen ist die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierdrin sind wahrlich Zeichen für wissende." ( Sure 30, Vers 22 )

In beiden letzten Heften von Salam Kin- der hast du vielleicht gelesen, warum Wolken und Bäume Zeichen ALLAHS sind.

Auch wir Menschen sind solche Zeichen ALLAHS. Wenn ALLAH es gewollt hätte, dann würden alle Menschen genau gleich aussehen. Stelle dir einmal vor, es gäbe keine Großen und keine Kleinen, keine Dicken und keine Dünnen; alle hätten die gleiche Augenfarbe und die gleiche Haar- farbe, alle würden die gleiche Sprache sprechen und alle hätten die gleiche Hautfarbe! Wäre eine solche Welt nicht furchtbar langweilig?

So hat ALLAH in Seiner Weisheit die Menschen äußerlich verschieden geschaf- fen und ihnen unterschiedliche Hautfarben und Sprachen gegeben. Diese Unter- schiede sind nur Zeichen der Vielfalt in der Schöpfung. Doch weil wir Menschen alle Geschöpfe ALLAHS sind, zählen wir alle gleich vor IHM. ALLAH achtet nur auf unsere Taten und belohnt jeden ein- zelnen Menschen für seine guten Werke, ganz egal, ob dieser Mensch aus Indone- sien oder aus dem Senegal kommt, ob er deutsch oder chinesisch spricht und eine schwarze oder eine weiße Hautfarbe hat.

Leider gibt es einige Leute, die zum Beispiel glauben, daß die weiße Hautfar- be besser sei als die schwarze. Es gibt Menschen, die nicht wollen, daß ihre Kinder mit ausländischen Kindern spie- len!

Hier in Deutschland leben viele Menschen aus den verschiedensten Ländern zusam- men. Besonders zahlreiche Türken, Ira- ner, Italiener, Jugoslawen und viele andere wohnen hier. Vielleicht sind auch deine Eltern schon vor vielen Jahren aus einem anderen Land hierher gekommen? Oder sind in"deiner Schulklasse auslän- dische Kinder?

Eine Schulklasse in Köln hat einmal mit ihrem Lehrer über Ausländerfeindlichkeit gesprochen. Die deutschen Kinder hatten oft Witze über ihre türkischen Schulka- meraden gemacht oder waren gemein zu ihnen gewesen. Da hatte der Lehrer eine Idee: Die deutschen Kinder sollten sich einmal einen Tag lang als Türken ver- kleiden und zusammen in die Stadt gehen. Die Kinder färbten sich ihre Haare schwarz und die Mädchen zogen islamische Kleidung und Kopftücher an. Dann gingen sie gemeinsam in die Innenstadt.

Was denkst du, wie es den Kindern er- ging? Als sie in einem Kaufhaus herum- schlenderten, um sich einige Dinge anzu- sehen, wurden sie sogar verdächtigt, daß sie gestohlen hätten. Dann wollte eines der Mädchen heiße Eßkasta- nien kaufen. Aber für ihre zwei Mark bekam sie viel weniger als die Frau vor ihr, die genausoviel bezahlt hatte.

Am nächsten Tag kamen die Kinder wieder in die Schule und berichteten ihrem Lehrer, was sie erlebt hatten. Nun hat- ten sie am eigenen Leib erfahren, wie unfair manche Menschen sein können. Jetzt sind sie immer höflich und freundlich zu ihren ausländischen Schulkameraden.