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   Sat.04.02.2012    
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  Ghazzali und die Räuber

Ghazzali war ein großer Gelehrter, der im 5. Jahrhundert nach der Hidschra lebte. In Jenen Tagen war es Üblich, dass Studenten nach Nischapur reisten, um ihr Wissen zu erweitern. Auch Ghazzali hatte es dorthin gezogen. Er war unter den Gelehrten bald für seinen Eifer und seinen unermüdlichen Wissensdurst berühmt. Er hatte die Angewohnheit, alles aufzuschreiben, was er in den Vorlesungen hörte. Zu Hause ordnete er nochmals alles unter verschiedenen Überschriften in verschiedene Kapitel ein. Diese Aufzeichnungen waren ihm sehr lieb und teuer.

Einige Jahre später entschloss er sich, mit einer Karawane in seine Heimatstadt Tus zurückzukehren. Seine Aufzeichnungen hatte er besonders gut verpackt. Doch unterwegs wurde die Karawane überfallen. Die Räuber nahmen sich Jeden Reisenden einzeln vor, und schließlich war die Reihe an Ghazzali. Sie durchsuchten ihn und griffen schließlich auch nach dem Bündel mit seinen Notizen. "Nehmt alles, was ihr wollt, aber nicht dieses Bündel", rief Ghazzali. Nun dachten die Wegelagerer aber, dass sich darin etwas besonders Wertvolles verbergen müsse, weil der Mann es retten wollte. Sie packten es also aus und durchwühlten die Papiere.

"Was ist das? Nur Papier?" riefen sie. "Welchen Wert sollen die denn haben?" "Nun, für euch haben sie keinen Nutzen, doch für mich sind sie sehr wichtig" entgegnete Ghazzali. Doch die Räuber wollten unbedingt wissen, von welchem Nutzen diese Papiere seien. Wisst ihr, das sind die Früchte meiner Arbeit" erklärte ihnen Ghazzali. "Wenn ihr sie zerstört, ist dies auch mein Untergang; all* meine Aufmerksamkeit der vergangenen "fahre ist in diesen Blättern gesammelt." "Dann sind diese Blätter also Dein gesamtes Wissen?'* wollte einer der Bäuber wissen.

"So ist es", antwortete Ghazzali.
"Ach, das Wissen auf einigen Papieren, das von Dieben gestohlen werden kann, ist Überhaupt kein Wissen. Denke ein wenig darüber und auch Über Dich selbst nach", sprach der Räuber zu Ghazzali.

Mit dieser Bemerkung hatte dieser einfache unwissende Räuber Ghazzali in seinem Innern getroffen. Nun erkannte er, dass er wie ein Papagei alles, was er hörte, aufgenommen hatte. Er wusste einiges, doch er dachte wenig. Wenn er ein wirklicher Student und ein guter Gelehrter sein wollte, dann musste er Wissen, Nachdenken, Überlegen und Folgern erlernen und sich sein eigenes Urteil bilden. Nach diesem Erlebnis lernte er auf diese Weise und wurde einer der größten Gelehrten des Islam. Und immer wenn er danach gefragt wurde, sagte er: "Den besten Bat, der mein Denken veränderte, gab mit ein Wegelagerer."