Home | Wer sind wir | Kontakt |
   Tue.07.09.2010    
FAIL (the browser should render some flash content, not this).
Zurück   
  Die beiden ungleichen Brüder

Ein reicher Mann starb und hinterließ seinen zwei Söhnen ein beachtliches Vermögen . Die beiden Brüder waren sehr unterschiedlich : einer war sehr fromm und klug . Er begnügte sich nicht allein mit dem Heute ,sondern dachte stets auch über das nach ,was noch in der Zukunft lag .Er sah diese Welt als einen vorübergehenden Aufenthaltsort .Hier wollte er sich einen sicheren und guten Vorrat für das Jenseits anlegen .So zahlte er die erforderlichen Abgaben für seinen Besitz und unterstützte auch die Armen und Bedürftigen .Er spendete Geld für Moscheen ,Schulen und Krankenhäuser ,und ermöglichte armen Studenten ,daß sie ohne finanzielle Nöte ihre Studien fortsetzen und beenden konnten .Wenn ihm Dank entgegengebracht wurde für seine Freigebigkeiten ,antwortete er gewöhnlich :"Ich tue dies alles nur für die Zufriedenheit Gottes .Auf diese Weise hoffe ich Gott näher zu kommen .Und zugleich sind diese Taten mein Vorrat für das jenseitige Leben . Möge Gott meine guten Absichten anerkennen ."

Sein Bruder war das genaue Gegenteil von ihm :geizig ,habgierig und unwissend .Er war nicht bereit , von seinem Reichtum anderen Menschen etwas abzugeben ,sondern wollte stattdessen seinen Reichtum immer mehren .Er legte einen Obstgarten an und betrieb einen großen Bauernhof . Er ließ sich auch ein prächtiges Wohnhaus erbauen ,doch er mied die Gesellschaft seiner armen Verwandten und lud sie nie ,die üblichen Abgaben für seinen Reichtum zu zahlen ,und wenn ihn ein armer Mensch grüßte ,meinte er ,es sei unter seiner Würde ,ihm zu antworten .Erhobenen hauptes ging er grußlos an diesen Menschen vorüber .Wenn er doch einmal angesprochen und um eine Spende gebeten wurde ,sagte er gewöhnlich :"Ich habe im Moment gar keine Zeit . Ich habe noch so vieles zu erledigen . "Und weg war er .Erwar nicht bereit ,seinen Reichtum auf dem Wege Gottes auszugeben.

Er hatte zwei riesige Gärten mit Dattelpalmen und vielerlei Obstbäumen , die reiche Ernte trugen . Zwischen diesen beiden Obstplantagen hatte er große Felder , auf denen er die unterschiedlich- sten Gemüse anpflazte . Immer wenn er seinem Bruder voller Stolz seine fruchtbaren Gärten und Felder zeigte, freute er sich über alle Maßen und machte sich sogar über seinen frommen und re- chtschaffenen Bruder lustig : "Du machst einen großen Fehler , wenn Du den Reichtum , den Dir Vater vererbt hat , auf diese Weise ausgibst . Was hast Du davon, wenn Du einem Studenten sein Studium bezahlst oder noch eine Schule gebaut wird ? Schau auf mich ! Ich gebe niemandem von meinem Reichtum ab , und deshalb besitze ich all diese wundervollen Gärten und Felder . Schau nur , welche Pracht ! Und alles gehört mir ! Wer soll mir diesen Reichtum nehmen ? Bis ans Ende meines Lebens werde ich niemals Not leiden müssen .Wie soll ich sicher sein , daß es wirklich eine Auferstehung und ein Jenseits gibt ? Und selbst wenn es das gibt : Gott wird mir dann meinen in dieser Welt erworben- en Reichtum sicherlich mehren ."

Der rechtschaffene Bruder pflegte ihm dann zu antworten : "Bruder ! Die Wohltaten und Segen des Jenseits gibt Gott nicht grundlos . Deine Handlungen müssen aufrichtig sein und Dich im Jenseits wohlergehen . Sei nicht stolz und überheblich ! Antworte den Armen , wenn sie zu Dir sagen 'Fride sei mit Dir ' . Weise die um Hilfe ersuchende Hand nich unerhört ab . Tue den anderen Menschen Guttes mit Deinem Reichtum und sage nicht einfach nur , daß Du keine Zeit hast . Fürchtest Du nicht , daß Gott eine Strafe für Dich schickt und alle diese Segnungen , Deine Gärten und Deine Felder , von Dir nimmt ? Wenn dies wirklich geschiet, dann wirst Du traurig sein , doch dann wird Dir Deine Trauer nichts nützen ."

Der hochmütige Bruder jedoch hörte nie auf das , was sein Bruder sagte und hielt weiter an seinem Verhalten fest ; er sah keinen Grund , seine Taten zu ändern .

Eines Tages , als er zu seinen Gärten kam traf ihn fast der Schlag . Mit weit aufgerissenen Augen starrte er auf seine Dattelpalmen und Obstbäume , stieß einen lauten Schrei aus und fiel wie tot zu Boden fiel .

Nun war es also geschehen ! Gott hatte ihn bestraft . Seine Bäume und Felder waren zerstört . Die Bäume und Palmen waren entwurzelt , Äste abgekickt und die Gartenmauern zusammengebrochen . Langsam kam er wieder zu sich ; er jammerte und klagte inbrünstig ; er weinte voller Bedauern und Reue und sprach zu sich selbst : "Hätte ich doch nur auf die Warnungen meines Bruders gehört ! Hätte ich doch meinen Reichtum auf die gleiche Weise ausgegeben wie er ! Hätte ich doch wenigstens ab und zu mal den armen und bedürftigen Menschen wohltätig beigestanden ! Hätte ich doch nur meine Abgaben bezahlt , so wie es die Gebote Gottes vorschreiben ! Hätte ich doch nur....

Doch alles Lamentieren half nichts : sein Reichtum war mit Mal verloren . Der Hochmut und Stolz dieses Mannes haben dazu geführt , daß er sich keinen guten Vorrat für das Leben im Jenseits an- legte !