Yazid der Tyrann
Yazid war genau wie sein Vater Mu'awiya, der sich durch Betrug und Gaunerei die Macht erschlichen hatte. Indem sich Yazid nach außen hin islamisch zeigte und z.B. Moscheen erbauen ließ, täuschte er die Menschen und beherrschte sie als Kalif. Die Menschen bemerkten nicht, was für ein Mensch Yazid wirklich war, obwohl er in seiner Regierungszeit auf keine Ungerechtigkeit und nichts schlechtes verzichtet hat: Er hatte z.B. einen Affen, den er Kleider aus Gold tragen ließ während viele Menschen in großer Armmut leben mußten. Er hat gespielt und Alkohol getrunken. Die Anhänger von Imam Ali (a.s.) ließ er ins Gefängnis werfen und er hat den Enkel des Propheten, Imam Husayn (a.s.)
und seine treuen Gefährten in Kerbala getötet und danach ein Fest gefeiert. ...
Eines Tages jedoch machten sich einige Leute aus Medina, die auch die Schlechtigkeit und Ungerechtigkeit des Tyrannen Yazid nicht erkannt hatten, auf den Weg nach Damaskus, wo Yazid seinen Hof hatte. Mit ihren eigenen Augen haben sie gesehen, das ihr Kalif, der sie im Namen des Islam regierte, ein Spieler,
Trinker und verkommener Mensch war, der nur sein Vergnügen im Sinn hatte.
Entsetzt kehrten sie nach Medina zurück und berichteten von dem, was sie gesehen und erlebt hatten. Die Leute erhoben sich und riefen: "Nieder mit Yazid und seinem unmoralischen Verhalten!" Die Menschen wurden immer mehr. In den Moscheen und auf den Straßen wurde verkündet, daß Yazid es nicht wert sei, der Führer der Muslime zu sein.
Sie sprachen daraufhin einem anderen Muslim, Abdullah Hanzale ihr Vertrauen aus.
Auch Yazid kamen diese Geschehnisse natürlich zu Ohren. Er befahl seinen Soldaten, diesen Aufstand niederzuschlagen. Das Heer zog in Richtung Medina.
Unterwegs machten sie Rast an einem Ort namens Hareh.
Die Leute aus Medina jedoch, die ihren Glauben und ihre Moral verteidigten, stellten sich dort den Truppen Yazids zum Kampf.
Doch das Heer Yazids war nicht zu besiegen.
Die tapferen Muslime kehrten nach Medina zurück und sammelten sich in der Moschee des Propheten. Bisher hatte es niemand gewagt, diejenigen,
die in der Moschee Schutz gesucht hatten, zu verfolgen.
Doch die Grausamkeit und Ungerechtigkeit Yazids machte selbst vor dem Hause Gottes nicht halt: die Soldaten töteten auch in der Moschee. Danach haben sie drei Tage lang in Medina gewütet und alle umgebracht , die ihnen begegneten.
Die Leute mußten Yazid ihr Vertrauen aussprechen; weigerten sie sich, wurden sie getötet.
Als Yazid im Sterben lag, forderte er von den Menschen, ebenso wie sein Vater für ihn, den Gehorsam für seinen Sohn. Yazids Sohn hieß auch Mu'awiya und war von einem guten und gläubigen Lehrer erzogen worden. Dieser Lehrer hatte ihm immer gesagt: "Dein Vater und dein Großvater sind durch Täuschung und Unrecht an die macht gekommen. Die Regierung steht aber nur denjenigen zu, die nur an den Islam und das Wohl der Muslime denken und keine Sünden begehen. Deshalb kannst du nach dem Todes deines Vaters nicht Kalif sein. Denn am Tag der Auferstehung wirst du befragt werden ,
ob du von den Ungerechtigkeiten deines Vaters nichts gewußt hast."
Die Worte des Lehrers hatten großen Einfluß auf den Jungen und er wußte, daß die Regierung und Führung der Muslime ihm nicht zustand.
Deshalb herrschte er nach dem Tode seines Vaters nur 40 Tage.
Er verkündete in aller Öffentlichkeit, daß sein Vater und sein Großvater Tyrannen gewesen waren, die sich die Macht auf übelste Weise erschlichen hatten. Er erklärte den Leuten, daß er diese Ungerechtigkeit nicht verteidigen und fortsetzen wolle. Deshalb legte er die Regierung nieder, so daß die Muslime selbst bestimmen konnten,
wem sie ihr Vertrauen und ihre Führung übertragen wollten.
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