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   Sat.04.02.2012    
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  DIE RICHTUNG UNSERER GEBETE

Wann immer du auch zu ALLAH beten Willst, so ist Er bei dir und hört dich, ganz gleichgültig, ob es Tag oder Nacht ist, ob du gerade sitzt oder liegst, ob du dich zuhause oder in der Schule, im Garten oder in einem Flugzeug befindest.

Du kannst ALLAH jederzeit um Kraft bei Schwierigkeiten bitten, Ihm für Seine Hilfe danken oder Seine großartige Schöpfung bewundern. ALLAH, der alle Völker erschaffen hat, versteht natürlich auch alle ihre Sprachen; deswegen kannst du auf Türkisch, Arabisch, Urdu, Deutsch, Persisch oder jeder anderen Sprache zu IHM beten.

Doch ALLAH hat es für die größeren Kinder und alle Erwachsenen zur Pflicht gemacht, fünf mal am Tag zu einer festgesetzten Zeit ein bestimmtes Gebet zu verrichten. Dieses Pflichtgebet kann an jedem Ort der Welt gesprochen werden', aber jeder einzelne Gläubige blickt dabei in eine bestimmte Richtung, die man 'Qibla' nennt. Von Hamburg aus ist es beispielsweise Richtung Südosten.

' Qibla ' ist ein arabische Wort und bedeutet ganz allgemein "Richtung". Beim Gebet ist die Kaaba unsere Richtung, unsere 'Qibla'. Auch wenn wir Tausende von Kilometern von Mekka entfernt wohnen, stellen wir uns mit dem Gesicht in diejenige Richtung, wo wir Mekka erblicken würden, wären unsere Augen dazu in der Lage. Doch aus welchem Grund tun wir dies?

Vor der Zeit des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm ) und in den ersten Jahren des Islam beteten die Menschen in Richtung Jerusalem. Einmal, etwa zwei Jahre nach der Hidschra ( der Auswanderung des Propheten nach Medina ), war der Prophet gerade dabei, wie jeden Tag sein Mittagsgebet in Richtung Jerusalem zu verrichten. Als er die Hälfte seines Gebetes gesprochen hatte, kam der Engel Jibril zu ihm, drehte ihn die Richtung Kaaba und sagte: ".... So wende dein Antlitz zur heiligen Moschee ( Kaaba ). Und wo immer ihr seid, wendet euer Antlitz in ihre Richtung.." ( Sure 2, Vers 150 )

Das bedeutet, daß alle Muslime, ob in Hamburg oder Berlin, Istanbul oder Bagdad bei ihrem Pflichtgebet ihr Gesicht Richtung Kaaba wenden. Welchen Sinn hat dieser Befehl ALLAHS, wenn ER doch überall ist, im Westen und Osten, im Norden und Süden?

Die Kaaba ist der Mittelpunkt im Glauben der Muslime. Dorthin strömen die Pilger aus allen Ländern der Erde zur alljährlichen Hadsch. Wenn wir uns beim Gebet Richtung Kaaba wenden, dann drücken wir damit unsere E i n h e i t aus, daß wir alle E i n e n G o t t verehren.

Beim gemeinsamen Freitagsgebet in der Moschee ist diese Einheit besonders gut zu spüren: Alle Gläubigen stehen in geordneten Reihen nebeneinander und blicken in Richtung Mekka. Wenn du den Gebetsraum einer Moschee betrittst, kannst du sofort erkennen, nach welcher Seite du dich beim Gebet wenden mußt. In der nach Mekka weisenden Wand befindet sich eine Gebetsnische, auf arabisch 'Mihrab' genannt. Auf diese Weise erkennst du sofort die 'Qibla'.

Im Alltag geschieht es allzu oft, daß sich die Menschen voneinander trennen und der andere, weil eine Hautfarbe hat oder weil er mehr Geld oder ein größeres Haus besitzt. Beim gemeinsamen Gebet stehen alle nebeneinander und die falsche Trennungen werden aufgehoben, denn vor Allah zählen nur die guten Taten. Der Blick Richtung Mekka ist ein Symbol, ein Zeichen für die Einheit der Muslime, die nur ein Ziel kennen - ALLAH.