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   Thu.09.09.2010    
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   Die erste Auswanderug

Es wollte Gott, daß es Christen waren, bei denen die ersten Muslime Zuflucht fanden. Fünf Jahre waren seit der Ver- kündung des Islam vergangen und nichts hatte sich an der schlechten Lage der Muslime in der Stadt Mekka geändert. Die Muslime wurden verfolgt, gefoltert und sogar getötet. Es mußte dringend etwas geschehen.

Als die Unterdrückung schier unerträg- lich wurde, riet Prophet Mohammad sei- nen Anhängern, nach Abessinien zu König Negus zu gehen. Negus sei ein gläubiger Christ und würde ihnen sicherlich erlau- ben, ihre Religion frei auszuüben. Zu- nächst verließen elf Männer und vier Frauen ihre Heimatstadt und reisten unerkannt bei Nacht auf einem Schiff nach Abessinien.

Die Götzenanbeter von Mekka wollten aber nicht zulassen, daß die Muslime auswan- derten. Vielleicht könnten sie im Aus- land neue Anhänger finden und auf diese Weise ihre Zahl vergrößern. Sie entsand- ten Boten mit wertvollen Geschenken zu König Negus mit der Bitte, die Muslime wieder nach Mekka zurückzuschicken.

Negus aber war ein gerechter Mann. Er ließ die Muslime zu scih rufen:

"Euch wird vorgeworfen, die Religion eurer Väter zu verwerfen. Ihr sollt Unruhe gestiftet und die Menschen zum Aufstand ausgerufen haben. Stimmt das? Was ist die Religion eurer Väter und woran wollt ihr glauben?"

Dschafar, der Bruder Imam Alis trat vor Negus und sagte: "Unsere neue Religion gebietet uns, nur Gott zu dienen, nur seinem Gesetz zu gehorchen und keine Götzen anzubeten. Zuvor verehrten wir selbstgemachte Steinbilder. Wir beuteten die armen und schwachen aus. Wir taten den Frauen Unrecht und hielten uns Sklaven.

Mohammad der Gesandte Gottes aber ruft uns auf, unsere Nächsten zu lieben, aufrichtig zu sein und uns den kranken und den Weisen anzunehmen. Wir sollen fünf mal am Tag beten und die Armensteuer entrichten."

König Negus ist tief beeindruckt. Der Abgesandter der Mekkander gibt sich Mühe in umzustimmen:

"Die Muslime lästern über euren Gesandten Gottes und die Heilige Mutter Maria!"

König Negus Blicke richten sich auf Dschafar und er sagte ( Dschafar ):
"Über die Heilige Maria und ihren sohn Isa hat uns der Prophet folgendes offenbart: Als sich Maria von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurückzog und sich vor ihr versteckte, da sandten wir Unseren Geist zu ihr und er erschien in Gestalt eines volkommenen Menschen und sie sprach:

'Ich nehme meine Zuflucht vor dir bei dem Allerbarmer, wenn du Gottesfurcht hast.'

Er sprach: 'Ich bin ein Gesandter deines Herrn. Er hat mich zu dir geschickt, auf das ich dir einen reinen Sohn beschere.
Sie sprach: 'Wie soll mir ein Sohn geschenkt werden, wo mich doch kein Mann berührt hat und ich auch nicht unkeusch gewesen bin?' Er sprach: 'So ist es; dein Herr aber spricht: Es ist mir ein leichtes und wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.' (Qur'an 19:17-20)

Dem gerechten König von Abessinien war nun klar geworden, dass Isa wie Mohammad von einund demselben Gott sprachen um die Menschen auf den rechten Weg zu führe. Er ließ den Mekkaner abreisen und hieß die Muslime in seinem Land willkommen.